Leserbrief zu:
Landkreis verliert weiter Einwohner, Freie Presse vom 30.08.2014
Mein Kommentar zu den Leserbriefen von Herrn Martin Kleindienst und Frau Inge Roschobutko, Freie Presse vom 06.09.2014
Die Berichterstattung über den Bevölkerungsrückgang im Landkreis Zwickau, u.a. auch in der Stadt Lichtenstein (Freie Presse vom 30.08.2014: Landkreis verliert weiter Einwohner) und die beiden Leserbriefe (Freie Presse vom 06.09.2014: „Weiche Standortfaktoren sind abhandengekommen“) veranlassen mich zu einer dringend gebotenen Kommentierung.
Wohl wissend, dass der Wegzug nur einen Aspekt der demographischen Entwicklung darstellt, sind die kommunalpolitischen Bestrebungen in der Stadt Lichtenstein seit Jahren und damit kontinuierlich darauf gerichtet, dass sich die Menschen, die in Lichtenstein geboren und aufgewachsen sind, auch bewusst für das Bleiben in unserer Stadt entscheiden können.
Die Einwohnerversammlung im vergangenen Jahr, zum Thema „Lichtenstein – eine Stadt für Kinder, Jugendliche und Familien“ hat es doch augenscheinlich aufgezeigt, wie gut hier die Stadt aufgestellt ist.
Das beginnt schon mit der Gründung einer Familie und der Geburt eines Kindes. Ein neuer und hochmoderner Kreißsaal, eine einladend und erholsam gestaltete Wochenstation, einfühlsam und qualifiziertes medizinisches Fachpersonal sind wichtige Kriterien, das sich immer mehr werdende Eltern gerade für eine Entbindung in Lichtenstein entscheiden.
Zusätzlich zur familiären Erziehung stehen den jungen Familien in Lichtenstein 9 Tagespflegepersonen mit 35 Plätzen für die bis Dreijährigen und 7 Kindertagesstätten mit einer Kapazität von rd. 460 Plätzen zur Verfügung. Während junge Mütter und Väter in den sächsischen Großstädten, die als die wenigen Ausnahmen einen Bevölkerungszuwachs infolge Zuzug verzeichnen, Hände ringend einen Platz für ihre Jüngsten in den Kindertagesstätten suchen, hat die Stadt in Zusammenarbeit mit den Freien Trägern auf die tatsächlichen Bedarfe rechtzeitig abgestellt und mit ihren Angeboten an Krippen und Kindergartenplätzen entsprechend frühzeitig reagiert.
Mit dem im Jahr 2000 vom Stadtrat der Stadt beschlossenen Schulentwicklungskonzept wurden die Weichen für Lichtenstein als attraktiven Schulstandort gestellt. Von der Einschulung bis zum Abitur bietet die Stadt Lichtenstein alle Voraussetzungen mit zwei Grundschulen, einer Oberschule und einem Gymnasium in städtischer Trägerschaft, das in den vergangenen Jahren aufwändig saniert und rekonstruiert wurde und steigende Schülerzahlen aufweist. Hinzu kommt die Europäische Grundschule in Trägerschaft des Trägervereins Europäisches Gymnasium Waldenburg e. V. und das Berufliche Schulzentrum für Wirtschaft und Soziales des Landkreises Zwickau. Dies als „„Ausruhen“ auf guten Schulangeboten“ zu bezeichnen, ist wahrlich weder sachgerecht noch nachvollziehbar.
Am 1. September 2014 haben 115 Erstklässler in Lichtensteins drei Grundschulen ihren ersten Schultag verlebt, nachdem sie voller Stolz am Samstag zuvor in liebevoll gestalteten Schulaufnahmefeiern in Gegenwart ihrer Eltern, Geschwister und Großeltern ihre Zuckertüte entgegengenommen haben.
Die beiden Großvermieter der Stadt – die Städtische Wohnungsgesellschaft Lichtenstein mbH (SWG) und die Wohnungsgenossenschaft Lichtenstein e G – stellen attraktiven Wohnraum zur Verfügung und haben mit ihren Sanierungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen der vergangenen Jahre insbesondere auf die tatsächlichen Bedarfe in der Stadt abgestellt: junge Familien mit Kindern ebenso wie unsere ältere Generation.
Die SWG beispielsweise setzt alles daran, auch weiterhin attraktive 4 – 5 Raumwohnungen mit den entsprechenden Kinderzimmern für junge Familien am Markt anzubieten, einerseits durch Zusammenlegung von Wohnungen (vorrangig Neubaubestand), andererseits Berücksichtigung bei der Planung der Grundrisse für komplette Gebäudesanierungen (vorrangig Altbaubestand). Neben der Wohnungsgröße gewinnen mehr und mehr der Zuschnitt, die Ausstattung und das Wohnumfeld an Bedeutung, was nach Möglichkeit beachtet wird, z.B. zusätzlicher Anschluss für einen Kamin, zwei Bäder oder ein Gäste WC, nach Möglichkeit Dusche und Wanne, ein Abstellraum oder auch ein Arbeitszimmer, Stellplatz oder auch Garage, Wäscheplatz und Trockenraum, Einbauküche usw.
Ein attraktiver Wohnbau-Standort für Bauherren ist Callnberg-Südwest, wo sich seit vergangenem Jahr bereits 7 Familien für den Bau eines Einfamilienhauses entschieden haben.
Dass die Stadt Lichtenstein im Landkreis Zwickau beim Altersdurchschnitt einen Spitzenplatz einnimmt, darf man auch gern einmal positiv sehen. Denn nicht nur junge Familien mit Kindern finden in Lichtenstein ein passendes Zuhause und die notwendige Infrastruktur, um Familie und Beruf zu vereinbaren, sondern auch die älteren Menschen können sich in Lichtenstein wohl und geborgen fühlen. Auf deren Bedürfnisse reagieren die beiden Großvermieter in der Stadt ebenso aufmerksam: Die neuesten Baumaßnahmen der Wohnungsgenossenschaft Lichtenstein e G – der Ein- bzw. Anbau von Fahrstühlen zur Schaffung von Barrierefreiheit in der Schulstraße sind nur ein Beispiel dafür. Die zahlreichen Angebote für Hilfe- und Pflegebedürftige, kranke und ältere Menschen werden gut genutzt und können teilweise sogar mit einer 1,0 werben – besser geht es doch gar nicht.
Eine breit gefächerte Vereinslandschaft bietet Groß und Klein attraktive Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Auch in den Ferien gab und gibt es Aktionsangebote für unsere Kinder – in den Horten der Schulen ebenso wie in den religiösen Gemeinschaften oder im Jugendzentrum RIOT, das in den sechs Sommerferienwochen ein mehr als abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt hatte: vom gemeinsamen Ferienfrühstück, über Ausflüge zum Stausee Oberwald, nach Plohn in den Freizeitpark oder in den Kletterwald, bis hin zu Fußballturnieren, Go-Kart-Fahren oder Geo-Caching: von wegen „tote Stadt“.
Und wer das Schwimmen lernen möchte: bitte, der kann das im vollsanierten kleinen Schwimmbad in der Heinrich von Kleist Grundschule.
Auch ein Blick in den Veranstaltungskalender der Stadt – sofern man einen Blick darauf wirft – spricht für sich. Allein am vergangenen Wochenende hatte man die „Qual der Wahl“ zwischen Bibliotheksfest, Herbstfest des Musikvereins im Ortsteil Rödlitz, 60 Jahre Rennrodeln und dem Markt der vergessenen Künste in der Miniwelt. Fragt sich nur, wie viele der ca. 2.000 Besucher in der Miniwelt Lichtensteiner waren.
Wie heißt es doch so schön: „Blicken zwei Menschen in den Abendhimmel – der eine sieht Staub, der andere sieht Sterne.“
Carsten Ehrig
Lichtenstein