„Die demographische Entwicklung in Deutschland – Auswirkungen für unser Land und unsere Stadt“ – zu diesem Thema lud der CDU-Stadtverband Lichtenstein zu seiner 1. öffentlichen Veranstaltung im Jahr 2013. Am Abend des 6. März folgten gut 40 Besucher, darunter Vertreter der CDU-Stadtratsfraktion, der Einladung. In der zweieinhalbstündigen Veranstaltung gab Marco Wanderwitz – Wahlkreisabgeordneter des Deutschen Bundestages und CDU-Kreisvorsitzender – über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und die damit verbundenen Auswirkungen auch in Freistaat, Landkreis und Kommunen Auskunft.
Nach aktuellen Statistiken und Prognosen wird die Bevölkerung in Südwestsachsen, am Beispiel von Lichtenstein, weiterhin jährlich um ca. 1 Prozent zurückgehen. Geschuldet ist dies stagnierend niedrigen Geburtenraten und folgend Sterbeüberschüssen – trotz der zwischenzeitlich erfreulicher Weise gestoppten Abwanderung. Für Lichtenstein wird das zur Folge haben, dass hier im Jahr 2025 nur noch ca. 10.800 Menschen leben, statt der derzeit 12.500. Die Stadt liegt damit wie unsere Region noch leicht besser als der Trend in Sachsen. Der Freistaat schrumpft weiter deutlich – mit Ausnahme der Städte Dresden und Leipzig, die wachsen, vorrangig durch deutliche Wanderungsgewinne.
Marco Wanderwitz referierte über die Auswirkungen auf die Sozialsysteme, die ein solcher Negativtrend und insbesondere die damit verbundene weitere Alterung mit sich bringt. Er merkte an, dass, wenn sich alles so weiter entwickelt, im Jahr 2060 jeder zweite Einwohner Rentner ist, was deutliche Auswirkungen auf die Beiträge von Renten-, Pflege- und Krankenversicherung haben wird. Er rechnet zum Beispiel mit einer Verdoppelung des Beitrages zur Pflegeversicherung binnen zwei Jahrzehnten. Auf die Rente mit 67 angesprochen erwiderte er „Ich richte mich nicht darauf ein, dass es für meine Generation, Jahrgang 75, bei pauschal „nur“ 67 bleibt“, sagte aber auch, dass er eher dazu tendiere, bspw. die Ausbildungszeiten zu verkürzen, um Lebensarbeitszeit zuzugewinnen.
„Wir haben bisher hier in der Region und im Freistaat mehr richtig als falsch gemacht, aber es ist noch lange nicht vorbei“, soll heißen: Die Kommunen in seinem Wahlkreis seien gut aufgestellt im Verhältnis zu vergleichbaren Regionen im Land, müssen aber ob der Schrumpfung durch stärkere Zusammenarbeit ihren Vorsprung ausbauen im Angesicht der rückläufigeren Haushaltsmittel des Freistaats durch das Auslaufen des Solidarpakts 2019. „Dabei ist die Kreativität eines jeden politisch Verantwortlichen gefordert“ so Marco Wanderwitz.
Den letzten Teil der Veranstaltung bildeten Fragen zu aktuellen bundespolitischen Themen, die Marco Wanderwitz umfassend beantwortete. Wir als Vorstand des CDU-Stadtverbandes Lichtenstein bedanken uns bei Marco Wanderwitz und den zahlreichen Besuchern und würden uns über eine ebenso gelungene Veranstaltung im Juni zum Thema „Entwicklung sinnvoller Gebietsstrukturen im Freistaat und unserer Region“ freuen. Mit dem Konzept der bevölkerungsoffenen Veranstaltungen haben wir in unseren Stadtverband wieder deutlich mehr Leben gebracht, und damit die CDU wieder mehr in die Wahrnehmung.
Carsten Ehrig
1. Stellv. Vorsitzender CDU-Stadtverband Lichtenstein